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Der Taschenkrümmer
Der Taschenkrümmer war ein Universalwerkzeug des späten Mittelalters, dessen Erfindung auf die spanischen Entdecker und Eroberer des frühen 16. Jahrhunderts zurückgeführt wird. Er entstand aus einer Abwandlung des Scimitar (eine Art kleiner Krummsäbel) und leistete gute Dienste in den Tiefen des Mittel- und Südamerikanischen Dschungels. Unter den spanischen Edelleuten war er als „Codo en la Bolsa“ bekannt, was soviel wie Krümmer in der Tasche heißt. Der
Name deutet damit auf die Grundform und den typischen Aufenthaltsort dieses kleinen und vielseitigen Werkzeugs hin.
In den folgenden zwei Jahrhunderten war der Taschenkrümmer ein unentbehrliches Tool bei den Erforschern unentdeckter Gebiete in Südamerika, Afrika und Australien. Auch bei Seefahrern war das kleine und handliche Teil sehr beliebt, zumal es sich auch als effektive Verteidigungswaffe erwies. Mit den Jahren entwickelte es sich auch zu einem beliebten Mitbringsel für die
Lieben zu Hause.
Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Taschenkrümmer von modernen, maschinell hergestellten Werkzeugen verdrängt. Auch der Rückgang der Entdeckungsreisen führte dazu, dass er langsam in Vergessenheit geriet. Nur noch sehr selten wird ein Exemplar auf einem verstaubten Dachboden oder einem alten Speicher gefunden, und in den meisten Fällen wird das Fundstück noch nicht einmal als Taschenkrümmer erkannt. |